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Cooldown - kühlende Lebensmittel für heisse Tage

Unterstehend mein Artikel der im oliv Magazin vom Juni 2021 erschienen ist:


Den Körper von innen kühlen? Das geht! Laut Ernährungslehren wie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder dem Ayurveda können Lebensmittel, Getränke und Gewürze nach ihrem Temperaturverhalten eingeteilt werden. Somit haben alle Nahrungsmittel eine kalte, kühlende, neutrale, wärmende oder erhitzende Wirkung auf den Körper. Die Temperatur der Mahlzeit oder des Getränks ist dabei nicht immer relevant. Der Fokus liegt vielmehr auf den Inhaltsstoffen.

Die thermische Wirkung von Lebensmitteln

Wann welches Lebensmittel für Erfrischung an heissen Tagen sorgt, leitet sich aus dem Yin und Yang-Prinzip ab. Dabei steht Yin für den kalten und Yang für den warmen Anteil. Wenn Yin und Yang in Balance sind, ist der Körper gesund, so lautet der Leitsatz. Durch die Hitze im Sommer überwiegt das Yang, was sich sowohl auf die körperliche, als auch auf die mentale Leistung negativ auswirkt. Folgen wie schwere Beine, unreine oder trockene Haut, fehlende Konzentration und schwindende Motivation, sich zu bewegen, belasten Betroffene. Folglich braucht das Yin Unterstützung durch Inhaltsstoffe, die von innen kühlen. Dabei sollten kühlende Speisen aber stets in den richtigen Mengen eingesetzt werden, damit die Verdauung nicht zu sehr belastet wird.

Perfektes Sommergemüse

Gurken stehen besonders in der TCM weit oben auf der Liste der kühlenden Lebensmittel. Mit einem Wassergehalt von 97% sind sie bestens dafür geeignet den Körper mit zusätzlicher Flüssigkeit zu versorgen, sondern auch kühlend auf das Magenfeuer zu wirken. Dabei ist es eher nebensächlich, ob dieses Wasser warm oder kalt zu sich genommen wird. Gurken enthalten für den Darm gesunde Ballaststoffe und sind durch ihren Gehalt an Vitaminen und den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Eisen, Zink und Magnesium besonders gesund. Tomaten wirken ebenfalls kühlend – und zwar nicht nur im Rohzustand, sondern auch in Form von einer warmen Suppe oder Sauce. Zudem enthält das Gemüse ähnlich wie Gurken viel Wasser und ist reich an Vitaminen und Antioxidantien, die vor freien Radikalen schützen.

Wunderkraut Minze

Als Erkältungstee, Kosmetikprodukt oder als traditionelles Erfrischungsgetränk: die Minze ist ein echter Allrounder und eine ganz besondere Heilpflanze. Es gibt unzählige Arten in der Minz-Familie. Allen ist eigen, dass sie durch die enthaltenen ätherischen Öle kühlende Effekte besitzen. Die Pflanze entfaltet vor allem wegen dem hohen Anteil an Menthol seine Wirkung. Minzarten wie die Pfefferminze können an heissen Tagen vielfältig eingesetzt werden: in Salaten, im Tee oder als kühlende Kompresse mit Eiswasser und Pfefferminzöl.

Wassermelonen für den Frischekick

Die Wassermelone zählt zu den Kürbisgewächsen, ist also streng genommen ein Gemüse. Hierzulande wird sie aber wegen des fruchtig-süssen Geschmacks als Frucht gehandelt. Laut der TCM ist sie die ideale Erfrischung, da sie viel Yin-Energie besitzt und gegen zu viel Yang hilft. Hinzu kommt, dass das Fruchtfleisch mit einem Wassergehalt von über 90 Prozent zu den Lebensmitteln zählt, die dem Körper am meisten Flüssigkeit spenden.

Hitze ade mit Spinat und Zitrusfrüchten

Sogar der Spinat reiht sich in die Reihe der kühlenden Lebensmittel ein. Seine Wirkung verdankt er seinen enthaltenen Bitterstoffe. Um die kühlenden Wirkung effektiv auszunutzen, sollte Spinat möglichst roh verzehrt werden. Auch Zitrusfrüchte gelten als optimale Durstlöscher und helfen dem Körper dabei abzukühlen. Laut TCM sollten Zitronen gerade nicht im Winter in rauen Mengen genossen werden. Sondern vor allem im Sommer, um die energetische Wirkung der kühlenden Früchte richtig zu nutzen.

Tee bei Hitze? Na klar

Wenn die Temperaturen steigen, sollte ausreichend Flüssigkeit getrunken werden. Neben Wasser eignet sich hierfür vor allem Tee. Der Grüntee beispielsweise kühlt, entgiftet und liefert die Flüssigkeit, die man bei Hitze dringend benötigt. Die Ayurveda-Ernährungslehre schreibt auch dem Brennnesseltee eine kühlende Wirkung zu. Dabei sollte Tee im Sommer nicht zu heiss oder kalt serviert werden, sonst muss ihn der Körper erst auf die richtige Temperatur bringen und läuft dabei erst recht warm.


Leserfrage

Ich würde gerne thermisch ausgeglichen essen, aber was muss ich dabei beachten? (Ulrike Kaufman, 43 Jahre)

Liebe Frau Kaufman

Auch wenn die richtige Ernährung von Mensch zu Mensch ganz individuell ist und der Genuss nicht zu kurz kommen sollte, gibt es ein paar grundlegende Philosophien aus Ernährungslehren wie der TCM. So sollten Nahrungsmittel der neutralen Thermik grundsätzlich den Hauptanteil unserer täglichen Ernährung bilden. Also Reis, Hirse, Bulgur, Roggen, Mais, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse und Samen oder gesunde Fette. Je nach Jahreszeit oder Beschwerden können wärmende Nahrungsmittel wie Fisch, Fleisch, Süsskartoffeln, Quinoa, Hafer und Gewürze wie Rosmarin, Fenchelsamen, Kurkuma oder kühlende Lebensmittel wie Gurken, Tomaten, oder Minze hinzugezogen werden.

Gekochte Speisen können laut TCM viel besser vom Körper verwertet, aufgenommen und verstoffwechselt werden. Dadurch verbraucht unser Körper weniger Energie: Wir sind weniger müde, sind aktiver, vitaler und die Verdauung funktioniert besser.


Über die Autorin

Julia Mischler-Battistini ist Dipl. Ernährungs-Psychologische Beraterin in Winterthur. In Ihrer Praxis „Gesund mit Genuss“ berät sie Menschen auf ihrem Weg zu einer gesunden, individuellen und genussvollen Ernährung. Termine bei Frau Mischler-Battistini können online unter www.sanasearch.ch gebucht werden.

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